Focaccia ist eines der einfachsten Brote zum Selberbacken und damit auch perfekt, wenn du noch nie zuvor ein Brot selbst gebacken hast. Der Teig muss weder geknetet noch geformt werden und darf stattdessen über Nacht im Kühlschrank gehen. So erhält dein Focaccia die typischen großen Luftblasen, wird wunderbar luftig und außen herrlich knusprig.

Das Geheimnis für luftiges Focaccia
Als jemand, der all sein Brot von Burger Buns bis zum Pinsa-Teig selbst backt, bin ich der Meinung, dass dieses Focaccia eines der einfachsten Brotrezepte überhaupt ist. Der Teig muss weder geknetet noch geformt werden, was das Rezept auch perfekt für Anfänger macht.
Das Geheimnis liegt in dem sehr hohen Wasseranteil. Auf 100 Gramm Mehl kommen bei diesem Teig 89 Gramm Wasser, was beim Brotbacken als Hydration von 89 % bezeichnet wird. Zusammen mit der langen Gehzeit im Kühlschrank sorgt das für die großen Luftblasen und die besonders luftige Krume.
Dafür wird der Teig bereits einen Tag vor dem Backen angerührt und für 18 bis 24 Stunden im Kühlschrank gehen gelassen. Das erfordert zwar ein bisschen Planung, dafür spart man sich aber das Kneten.
Zutaten für selbstgemachtes Focaccia

Mehl: Am besten verwendest du für dieses Rezept ein backstarkes Weizenmehl vom Type 550, zum Beispiel das Edeka Herzstück 550er Weizenmehl. (Wichtig: Edeka Herzstück nicht Edeka Bio!!) Ein Backstarkes Mehls bedeutet, das es einen hohen Proteinanteil hat, was bedeutet, das es ein besonders gutes Glutengerüst aufbauen kann, auch bei hohem Wasseranteil.
Kannst du ein solches backstarkes Weizenmehl nicht finden, kannst du reguläres 550er Weizenmehl verwenden. Ich habe das Rezept erfolgreich mit verschiedenen Mehlsorten getestet.
Du benötigst zum Backen des Focaccias 4 Esslöffel Olivenöl. Ich habe versucht, das Rezept mit weniger Öl zu backen, es wurde so aber leider nicht knusprig genug. Deshalb verwende die exakte, im Rezept angegebene Menge.
Wer möchte, kann noch zusätzliche Toppings wie Oliven oder getrocknete Tomaten in das Focaccia einbacken. Ich persönlich bevorzuge es simpel mit frischen Rosmarin und Salz.
👉 Alle Zutaten und ihre genauen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte am Ende des Posts.
Focaccia backen: Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern

Verrühre das Mehl, Salz und die Trockenhefe in einer großen Schüssel.

Gib langsam das lauwarme Wasser dazu. Rühre währenddessen mit einem Teigschaber um, bis sich alle Zutaten zu einem klumpigen Teig verbunden haben.

Decke die Schüssel mit Frischhaltefolie ab und lass den Teig für 30 Minuten ruhen.

Stretch & Fold: Fahre mit einem angefeuchteten Teigschaber von einer Seite unter den Teig, ziehe ihn nach oben und falte ihn über die Mitte. Drehe die Schüssel um 45 Grad und wiederhole den Vorgang so oft, bis du die Schlüssel insgesamt circa 2 Mal um 360 Grad gedreht hast.
(PS: Dieser Stretch & Fold Vorgang stärkt dein Glutengerüst, ohne dass du den Teig kneten musst. Es ist der perfekte Trick für solch klebrigen Brotteige.)

Beträufle den Teig mit ein klein wenig Öl und decke die Schüssel luftdicht mit Frischhaltefolie oder einem passenden Deckel ab. Lass den Teig für 18 bis 24 Stunden im Kühlschrank gehen.

Der Focaccia-Teig sollte sich am nächsten Tag im Volumen mindestens verdoppelt und auf der Oberfläche sollten sich kleine Luftblasen gebildet haben.

Lege die Backform mit Backpapier aus und verteile 2 Esslöffel Olivenöl auf dem Backpapier.

Löse den Teig mit einem Teigschaber vom Schüsselrand und gib ihn in die vorbereitete Backform.

Tunke dein Finger in das Öl und wende dann den Teig vorsichtig im Olivenöl, bis er rundum damit bedeckt ist.

Lass den Teig erneut für 3 bis 4 Stunden unabgedeckt in der Auflaufform gehen, bis er wieder etwas auffangen ist und sich fast über die ganze Form ausgedehnt hat.

Verteile den Rosmarin und 2 weitere Esslöffel Olivenöl auf dem Teig.

Drücke den Teig nun mit deinen Fingen ein und verteile ihn dabei auf die ganze Form. Bestreue ihn dann mit etwas groben Salz.

Backe das Focaccia bei 220°C Unter-/ Oberhitze für 27 bis 30 Minuten, oder bis es oben und unten goldbraun und knusprig ist.
Lass das Focaccia nach dem Backen erst ein paar Minuten in der Form auskühlen, bevor du es mithilfe des Backpapiers auf ein Kuchenrost hebst. Serviere es lauwarm oder, wenn du es horizontal für ein Sandwich aufschneiden willst, lass es zuerst vollständig auskühlen.
Rezeptvideo
Häufige Fragen und Antworten
Falls noch etwas unklar ist, helfen dir diese FAQs hoffentlich direkt weiter. Falls nicht, dann schreib mir deine Frage einfach in die Kommentare.
Ja, du kannst dein Focaccia auch wunderbar auf ein Backblech backen. Es wird so etwas größer und dünner werden, aber das macht es zum Beispiel perfekt für Sandwiches.
Keine Sorge, das ist ganz normal. Dieser Focaccia-Teig hat mit 89 % einen sehr hohen Wasseranteil und ist deshalb deutlich weicher und klebriger als ein klassischer Brotteig. Gib kein zusätzliches Mehl dazu! Verwende stattdessen einen angefeuchteten Teigschaber zum Dehnen und Falten des Teigs und etwas Olivenöl an den Händen, wenn du den Teig in die Form gibst.
Orientiere dich beim Gehen des Teigs nicht nur an den Zeitangaben, sondern vor allem am Teig. Nach der langen Gehen im Kühlschrank sollte er sich mindestens verdoppelt haben und kleine Luftblasen zeigen. Nach der zweiten Gehzeit in der Form sollte er sichtbar aufgegangen sein, weich und luftig wirken und sich fast über die gesamte Form ausgedehnt haben.
Die typischen Mulden gehören nicht nur zur Optik. Sie sorgen dafür, dass sich das Olivenöl auf der Oberfläche und in den Vertiefungen verteilt und geben dem Focaccia seine charakteristische unregelmäßige Oberfläche. Drücke die Finger dabei tief in den Teig, ohne ihn plattzudrücken.
Focaccia schmeckt frisch am besten, aber es lässt sich auch sehr gut einfrieren. Verpacke Reste nach dem Auskühlen luftdicht und friere sie am besten portionsweise ein. Vor dem Servieren kannst du die Focaccia kurz im Ofen aufbacken, damit die Kruste wieder knusprig wird. (Friere dein Focaccia am besten am selben Tag noch ein, so bewahrst du den frischen Geschmack.)

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