Wenn du Pinsa Teig selber machen möchtest, bist du hier goldrichtig. Durch die Mischung verschiedener Mehlsorten, den hohen Wasseranteil und die lange Gehzeit entsteht mit diesem Rezept eine Pinsa, die außen knusprig, innen weich und besonders luftig wird.
Dieses Rezept erklärt dir jeden Schritt ausführlich und zeigt dir mit Bildern und Video, wie der Teig in jeder Phase aussehen sollte. Denn Pinsa selber zu backen ist nicht schwierig! Durch den hohen Wasseranteil fühlt sich der Teig nur ungewohnt feucht und klebrig an. Aber mit der richtigen Technik entsteht daraus ein luftiger Pinsa-Teig mit knusprigem Boden und den charakteristischen Luftblasen.

Springe zu:
- Was ist Pinsa und was ist der Unterschied zu Pizza?
- Zutaten für Pinsa Teig
- Pinsa Teig Schritt für Schritt zubereiten
- Pinsa formen & backen
- Rezeptvideo
- Ideen zum Pinsa belegen
- Pinsa-Teig vorbereiten, aufheben & einfrieren
- Typische Fehler bei Pinsa & wie du sie vermeidest
- So sollte dein Pinsa Teig nach jedem Schritt aussehen
- Pinsa FAQs
- Mehr Pizza Rezepte
- Rezept
Was ist Pinsa und was ist der Unterschied zu Pizza?
Pinsa ist eine ovale Pizza-Variante aus Rom, die vor allem für ihren luftigen Teig bekannt ist. Durch die Mischung verschiedener Mehlsorten, einen hohen Wasseranteil und der lange Gehzeit im Kühlschrank wird der Teig außen knusprig und innen weich mit großen Luftblasen. Anders als klassische Pizza wird der Pinsa-Teig erst vorgebacken und dann belegt.
Zutaten für Pinsa Teig

Der wichtigste Unterschied, der eine Pinsa von einer Pizza unterscheidet, ist die verwendete Mehlmischung. Während Pizzamehl (Weizenmehl Typ 00) auch bei der Pinsa ein Hauptbestandteil ist, wird hier zusätzlich noch Reismehl sowie etwas Soja-, Kichererbsen- oder Dinkelmehl untergemischt. Für dieses Pinsa-Rezept brauchst du deshalb:
Weizenmehl: Verwende hier umbedingt Pizzamehl vom Typen 00.
Reismehl: Du findest es in Supermärkten (z.B. bei Edeka) in der Backabteilung neben den anderen Mehlsorten oder im Bio-Regal. Reismehl verleiht dem Pinsa-Teig sein charakteristische Knusprigkeit und ist unverzichtbar.
Dinkelvollkornmehl: Als dritte Mehlsorte verwendet mein Rezept Dinkelvollkornmehl, da ich mir dachte, dass viele es vielleicht schon daheim haben oder zumindestens für mehrere Rezepte verwenden können (z.B. für dieses simplen Dinkelvollkornbrötchen). Du solltest es aber auch mit Soja- oder Kichererbsenmehl ersetzen können.
Zum Ausarbeiten und Formen der Pinsa verwende ich gerne Semola-Mehl (italienisches Hartweizenmehl), da es eine raue Struktur hat. Im Notfall kannst du stattdessen aber auch etwas Pizza- und Reismehl miteinander vermischen.
Ich habe das Rezept mit Trockenhefe entwickelt und getestet, da ich sie praktischer finde als frische Hefe. Du solltest sie aber auch problemlos mit frischer Hefe zubereiten können.
Eiswasser: Im Widerspruch zu jedem anderen Hefeteig, wird Pinsa mit eiskaltem Wasser zubereitet. Der Grund hierfür ist, dass wir die Aktivität der Hefe verlangsamen und damit die Fermentation des Teiges verlängern wollen. Denn durch lange Gehzeit entwickelt sich der charakteristische Geschmack und die luftige Struktur der Pinsa.
👉 Alle Zutaten und ihre genauen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte am Ende des Posts.
Pinsa Teig Schritt für Schritt zubereiten

Stelle ein Messbecher mit Wasser und Eiswürfeln für circa 15 Minuten in den Kühlschrank.

Wiege die Mehlsorten, Hefe und das Salz ab. Verrühre dann Mehl und Hefe in der Rührschüssel deiner Küchenmaschine (oder in einer großen Schüssel).

Wiege 425 Gramm von dem Eiswasser auf einer Küchenwaage ab.

Gib das Wasser in 4 bis 5 Schritten aufgeteilt zur Mehlmischung dazu. Rühre währenddessen mit einem Teigschaber, einer Gabel oder einem dänischen Schneebesen um, bis sich die Zutaten zu einem klumpigen Teig verbunden haben. Mische dann das Salz unter.

Knete den Teig als nächstes mithilfe deiner Küchenmaschine (Knethaken) für 3 bis 5 Minuten auf langsamster Stufe, bis ein geschmeidiger, glatter (aber feuchter und klebriger) Teig entstanden ist.

Gib den Teig auf eine eingeölte Arbeitsfläche und knete ihn für circa 15 Minuten per Hand. Der Teig ist währenddessen klebrig, sehr feucht und läuft relativ schnell auseinander. Das lange Kneten baut aber ein Glutengerüst auf, was später für die luftige Teigstruktur sorgt. Gib kein zusätzliches Mehl hinzu.
Bitte schau dir umbedingt das Video an! Hier siehst du nicht nur wie klebrig der Teig bei mir ist, sondern ich zeige dir auch eine Technik, wie du einen so feuchten Teig am besten knetest. Wer keine Küchenmaschine hat kann direkt mit dem Kneten per Hand einsteigen und ihn einfach 5 Minuten länger kneten.

Forme den Teig mithilfe eine Teigkarte zu einer Kugel (er wird schnell auseinander laufen) und gebe ihn in eine einölte Schüssel. Decke ihn mit Frischhaltefolie ab und lass ihn 30 Minuten ruhen.

Führe mithilfe eines Teigschabers ein Stretch and Fold durch.
Stretch & Fold: Fahre dafür mit dem Teigschaber unter den Teig und ziehe den Teig vorsichtig nach oben und falte ihn über die Mitte. Drehe die Schüssel um circa 45 Grad und wiederholde den Vorgang. Wiederhole das solange bis du die Schüssel einmal um 360 Grad gedreht hast. Decke sie erneut mit Frischhaltefolie ab und lass sie für 30 Minuten gehen.

Wiederhole den Stretch & Fold Vorgang, verwende dieses mal jedoch deine angefeuchtete Hand. Nun sollte der Teig glatt und super elastisch sein.

Decke die Schüssel luftdicht mit Frischhaltefolie ab und stelle sie für 72 Stunden in den Kühlschrank.
Pinsa formen & backen

Der Teig sollte sich nach 72 Stunden im Kühlschrank im Volumen (mindestens) verdoppelt und Luftblasen auf der Oberfläche gebildet haben. Heize den Ofen auf 260°C Unter-/Oberhitze vor (oder so heiß wie möglich, verwende gerne die Pizzastufe, wenn dein Ofen so etwas hat).

Gib den Teig auf eine großzügig mit Semola Mehl bestäubte Arbeitsfläche und teile ihn in 3 möglichst gleichgroße Stücke. Forme sie mithilfe der Teigkarte zu runden Kugeln, bestäube sie mit Mehl und lass sie für 15 bis 30 Minuten ruhen.

Forme die Teiglinge mit den Händen zu einer ovalen Pinsa. Lass dir dabei von der Schwerkraft helfen (siehe Video). Lege ihn dann zurück auf die bemehlte Arbeitsfläche und drücke den Teig sanft mit den Fingerspitzen von der Mitte nach außen und halte dabei etwas Abstand zum Rand.

Verteile etwas Öl auf dem vorgeheizten Backblech und gib die fertig geformte Pinsa darauf.

Backe die Pinsa bei 260°C Unter-/Oberhitze für 8 bis 10 Minuten oder bis sie eine ganz leichte goldbraune Farbe erhalten hat.

Hole die Pinsa aus dem Ofen und belege sie mit Toppings deiner Wahl (siehe unten).
Müssen deine Pinsa-Toppings müssen nicht gebacken werden, solltest du dein Pinsa erst aus dem Ofen holen wenn sie eine goldbraune Farbe hat. Bei mir dauert das circa 12 Minuten!

Schiebe die belegte Pinsa anschließend für 5 bis 10 Minuten (je nach Toppings) zurück in den Ofen, bis der Boden goldbraun ist und die Toppings fertig gebacken sind (z.B. der Käse geschmolzen ist).

Lass die Pinsa vor dem Anschneiden für 3 bis 5 Minuten ruhen bevor du sie mit einer Küchenschere, einem großen Messer oder Wiegemesser in Stücke schneidest.
Anmerkung: Ich habe weder einen Pizzastein oder eine Pizza-Einstellung bei meinem Ofen, geschweige denn einen Pizzaofen. Wenn du jedoch irgendetwas davon daheim hast, wird deine Pinsa noch besser werden. Falls du, wie ich, nur einen Ofen und ein normales Backblech daheim hast, dann heize ihn so heiß wie möglich vor und lass dabei dein Blech im Ofen.
Rezeptvideo
Dieses Video zeigt dir nochmal alle Schritte: Das Kneten des Teigs sowie das Formen und Backen der Pinsa.
Ideen zum Pinsa belegen
Pinsa lässt sich ähnlich belegen wie eine Pizza. Der große Unterschied ist, dass sie vor dem Belegen gebacken oder zumindest vorgebacken wird. So wird der Teig extra luftig und außen knusprig.
Außerdem finde ich, dass beim Belegen von Pinsa deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Deshalb bevorzuge ich hier ausgefallenere Kombinationen als bei einer klassischen Pizza, zum Beispiel meine Apfel Camembert Pinsa.
Pinsa harmoniert auch sehr gut mit frischen Zutaten wie Burrata, Rucola, Basilikum oder rohen Schinken wie Parma. Hierbei ist wichtig, dass du diese Zutaten erst nach dem Backen auf der Pinsa verteilst.
Und selbst bei klassischen Toppings wie Tomatensauce, Käse oder Salami ist es wichtig, den Teig vorzubacken. Belegst du rohen Pinsa-Teig direkt mit Toppings wird er zu schwer und kann nicht richtig luftig und knusprig werden.
Pinsa-Teig vorbereiten, aufheben & einfrieren
Du kannst den fertig vorgebackenen Pinsa-Teig hervorragend einfrieren. So musst du ihn vor dem Belegen nur auftauen lassen und anschließend für 5 bis 10 Minuten in den vorgeheizten Backofen schieben.
Da dieses Rezept 3 Pinsas ergibt, die je 2 bis 3 Personen füttern, kann also gut sein das ein oder zwei Pinsas übrig bleibt. Lasse sie vollständig auskühlen und friere sie anschließend in große Gefrierbeutel für bis zu 3 Monate ein.
Typische Fehler bei Pinsa & wie du sie vermeidest
Ich habe diese Pinsa so oft getestet und dabei so viele Fehler gemacht, dass ich hoffentlich alle Stolperfallen für dich aus dem Weg geräumt habe… Deshalb sind hier ein paar wichtige Tipps, mit denen du meine Fehler hoffentlich nicht wiederholst.
- Wiege alle Zutaten in einer separaten Schüssel ab. (Wenn dir einmal zu viel Hefe oder Wasser in die Mehlmischung rutscht, gibt es kein zurück.)
- Verrühre die Zutaten zuerst mit einer Gabel, einem Teigschaber oder einem dänischen Schneebesen, bis sie sich zu einem klumpigen Teig verbunden haben. Lass erst dann deine Küchenmaschine übernehmen.
- Lege deine Teigkarte und die eingeölte Schüssel parat, bevor du anfängst den Teig zu kneten. (Deine Finger werden voller Teig sein, wenn du sie danach benötigst.)
- Um den Teig zu einer Kugel zu formen fahre entweder mit beiden Händen unter den Teig und ziehe ihn zu dir her (wiederhole das ein paar mal) oder führe die Bewegung wie im Rezeptvideo mit einer Teigkarte durch. (Das geht ein bisschen einfacher.)
- Forme die Pinsa mithilfe der Schwerkraft und drücke sie anschließend mit deinen Fingerspitzen von der Mitte nach außen flach, halte dabei aber ein bisschen Abstand zum Rand.
So sollte dein Pinsa Teig nach jedem Schritt aussehen
Nachdem du die Zutaten von Hand verrührt hast:

Nach dem Kneten in der Küchenmaschine:

Nach dem Kneten per Hand:

Nach dem zweiten Stretch & Fold:

Nach 72 Stunden im Kühlschrank:

Pinsa FAQs
Falls noch etwas unklar ist, helfen dir diese FAQs hoffentlich direkt weiter. Falls nicht, dann schreib mir deine Frage einfach in die Kommentare.
Ich weiß, die Verlockung ist hoch, mehr Mehl zu deinem Pinsa Teig zu geben. Aber der Teig soll klebrig sein. Er sollte regelrecht deine Finger zusammenkleben (was das Kneten etwas anstrengend macht, aber das Ergebnis ist es wert). Bitte gib kein zusätzliches Mehl zum Teig. Schau dir vor der Zubereitung das Video und die Bilder an, sie gebe dir eine gute Referenz dafür, wie feucht und klebrig der Pinsa Teig sein sollte.
Bitte mach das nicht. Ich habe es einmal versucht und mein Teig hat sich regelrecht in eine Suppe verwandelt. Verrühre die Zutaten zuerst per Hand, bis ein klumpiger Teig entstanden ist. Anschließend kannst du eine Pinsa kurz in der Küchenmaschine kneten lassen, bis der Teig schön glatt ist.
Ja, auch wenn du eine Küchenmaschine daheim hast, solltest du den Teig für circa 15 Minuten per Hand kneten. Ich finde, dass ein so feuchter Teig eine spezielle Knettechnik erfordert, die leider nur von Hand funktioniert.
Lass dein Pinsa-Teig mit Frischhaltefolie abgedeckt für 72 Stunden beziehungsweise 3 Tage im Kühlschrank gehen. Im Notfall reichen 48 Stunden aus, die besten Ergebnisse erzielst du aber nach 3 Tagen.
Das Wichtigste ist eine digitale Küchenwaage. Zum Verrühren der Zutaten brauchst du eine Gabel, einen Teigschaber oder einen dänischen Schneebesen (der lohnt sich vor allem, wenn du öfters Brot oder Ähnliches backst). Wer eine Küchenmaschine daheim hat, kann sich ein Teil der Knetarbeit sparen. Du kannst den Pinsa-Teig aber auch nur von Hand kneten. Zum Formen und Teilen des Teigs ist eine Teigkarte äußerst hilfreich.
Worin auch immer du deine Pizza backst, kannst du auch Pinsa backen. Der einzige Unterschied ist Backzeit. Backe deine Pinsa vor, bis sie ganz leicht goldbraun ist (siehe Bild Nr. 15). Anschließend kannst du sie belegen und zurück in den Ofen schieben, bis die Toppings fertig sind und der Boden knusprig und schön goldbraun ist (siehe Bild Nr. 17).
Pinsa wird häufig als bekömmlicher als klassische Pizza beschrieben. Das wird vor allem auf die lange Fermentation und die spezielle Herstellung zurückgeführt. Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Pinsa-Varianten durch längere Teigführung einen niedrigeren vorhergesagten glykämischen Index und Veränderungen bei der Verdauung von Stärke und Proteinen zeigen können. Ob eine Pinsa tatsächlich „leichter verdaulich“ ist, hängt jedoch stark vom Rezept und der Zubereitung ab. (Quelle: PMC PubMed Central: Sourdough „Biga“ Fermentation improves the digestibility of Pizza Pinsa Romana.)
Mehr Pizza Rezepte
Ich hoffe, dir gefällt dieses Rezept und du probierst es bald mal aus. Falls du noch Fragen oder Anregungen zum Rezept hast, schreibe sie mir einfach in die Kommentare, als Mail an welcome@julesmenu.de, via dem Kontaktformular oder über Instagram (@_julesmenu).
Und falls dieses Rezept deinen Geschmack getroffen hat, dann werden dir diese Rezepte bestimmt auch gefallen…







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